Riester Rente

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Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?
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Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

Massive Kritik hat die Riester-Rente in der vergangenen Zeit hinnehmen müssen. Dabei haben unabhängige Institute herausgefunden, dass diese Altersvorsorge nicht nur für Gutverdiener, Angestellte und Beamte eine hohe Rendite bringt. Sie bietet auch für Selbstständige, Studenten, Singles, Lehrer, junge Leute und sogar bei Hartz 4 etliche Vorteile, um die gesetzlichen Rentenlücken auszugleichen. Nachfolgend werden die Vor- und Nachteile für die einzelnen Personenkreise genauer erläutert und ob die Riester-Rente sinnvoll ist oder nicht.

Riester Rennte sinnvoll für Beamte?

Auch für Beamte und Beamtenanwärter bietet die Riester-Rente eine gute Vorsorge. Der Grund ist, dass vor allem für Beamte die Steuerbegünstigungen von großem Interesse sind (Riester-Rente für Beamte). Aber auch die hohen Zulagen bieten eine sehr gute Möglichkeit, um für das Alter vorzusorgen. Beamte sind nicht versicherungspflichtig. Sie haben zudem einen Anspruch auf einen Ruhegehaltssatz von maximal 71,75 Prozent der letzten Dienstbezüge. Wie bei den meisten anderen Berufsgruppen auch, ist eine private Vorsorge auch für Beamte unerlässlich. Die Riester-Rente kann Beamte zuverlässig vor einer Absenkung des Lebensstandards im Alter bewahren.

Für Singles

Allgemein wird immer davon ausgegangen, dass die staatlich geförderte Altersvorsorge lediglich für Familien und Beamte sinnvoll ist. Tatsächlich können aber auch Singles von der Riester-Rente profitieren. Gerade für Alleinstehende, die ein geringes Einkommen aufweisen, lohnt der Gedanke an eine private Vorsorge für das Alter. Die Beiträge orientieren sich am Bruttoeinkommen aus dem Vorjahr. Je geringer dass Einkommens des Singles ist, desto geringer ist auch der zu entrichtende Beitrag. Dabei erhalten auch Singles die maximal mögliche Förderung von der Regierung.

Für Lehrer

Egal ob als Beamter, Freiberufler oder Angestellter: Die von staatlicher Seite geförderte Altersrente ist vor allem für Lehrer von Interesse. Dass die gesetzliche Rente auch für Lehrer immer geringer ausfällt, ist kein Geheimnis. Die Stiftung Warentest bringt es 2012 auf den Punkt: Jeder, der eine Riester-Rente haben kann, sollte sie auch abschließen. Interessant dürfte für Lehrer auch die Kombination aus Rente und einer Berufsunfähigkeitsversicherung sein. Gerade Lehrer scheiden immer häufiger unfreiwillig aus dem Berufsleben aus. Mit einer solchen Kombination können gleich zwei wichtige Versicherungen abgeschlossen werden.

Für wen ist sie besonders sinnvoll: Familien

Besonders geeignet ist diese staatliche Vorsorge für Familien mit Kindern. Hier erhalten die Anleger pro Jahr und pro Kind eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro. Dabei spielt das Geburtsjahr des Kindes eine besondere Rolle. Wenn das Kind vor dem Jahr 2008 geboren worden sein sollte, so erhält ein Elternteil eine Kinderzulage von 185 Euro. Bei zwei Kindern sind es dementsprechend 370 Euro pro Jahr. Wenn das Kind nach 2008 geboren wurde, gab es eine Zulage in Höhe von 300 Euro pro Jahr. Hinzu kommen noch die Grundzulage von 154 Euro für den Sparer, die garantierte Mindestrendite von 1,25 Prozent sowie den Steuervorteilen. Sollte ein Ehepartner nicht unmittelbar begünstigt sein, so hat dieser lediglich einen Sockelbetrag von jährlich 60 Euro zu zahlen.

Riester-Rente bei Hartz 4

Auch bei Hartz 4 kann sich die Zusatzrente lohnen. Hier besteht die Besonderheit des Übergangsjahres. Sollte der Sparer in dem Jahr vor der staatlichen Grundsicherung ein Einkommen von monatlich 2000 Euro erzielt haben, so hat er einen Beitrag von 80 Euro zu zahlen, um die volle Förderung zu erhalten. Der Grund ist, dass die Riester-Rente lediglich das Einkommen aus dem Vorjahr zugrunde legt. Allerdings ist dies auch in der umgekehrten Situation der Fall.

Somit findet ein Ausgleich statt. Seit 2011 überweist das Jobcenter bei Hartz 4 keinen Beitrag an den Rentenversicherungsträger. Somit muss vor allem bei Hartz 4 über eine zusätzliche private Absicherung für das Alter nachgedacht werden. Bei Hartz 4 gibt es die Riester-Rente bereits für nur 5 Euro im Monat (60 Euro pro Jahr). Auch mit diesem relativ geringen Beitrag erhalten die Leistungsempfänger den höchstmöglichen Zuschuss von der Bundesregierung.

wichtig: Direkt oder indirekt begünstigt

Um Anspruch auf die Riester-Rentezu haben, sollte der Sparwillige erst einmal förderberechtigt sein. Ob er dabei mittelbar oder unmittelbar begünstigt ist, spielt in diesem Fall keine Rolle. Diejenigen Bürger, die der unbeschränkten Steuerpflicht unterlegen sind, zählen als unmittelbar oder direkt begünstigt. Als mittelbar begünstigt zählen Ehepartner von Sparern, die direkt förderberechtigt sind. Das ist zunächst die Voraussetzung für die staatlich geförderte Altersvorsorge. Aber für wen ist sie nun eigentlich geeignet? Dieser Frage wollen wir einmal auf dem Grund gehen.

Der Sockelbetrag entscheidet über Höhe der Zulagen

Bei einem Beitrag von 60 Euro im Jahr, erhält der Ehepartner somit alle staatlichen Zuschüsse, die mit der Riester-Rente einhergehen. Nehmen wir an, dass die Eheleute zwei Kinder haben. Eines ist vor dem Jahr 2008 geboren und das andere Kind ist nach 2008 geboren. So erhält ein Elternteil direkte staatliche Zulagen in Höhe von 639 Euro. Weiterhin werden noch steuerliche Vorteile sowie eine jährliche garantierte Mindestrendite gewährt. Auf Grund dieser Vorteile ist sie daher vor allem für Familien geeignet.

400 Euro-Jobber

In der Öffentlichkeit wird immer wieder davon ausgegangen, dass dieses Vorsorgemodell lediglich für Besserverdiener sinnvoll ist. Dies ist prinzipiell nicht richtig. Die Beiträge für die Riester-Rente orientieren sich am Einkommen, 4 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens müssen als Sparsumme eingezahlt werden. Je geringer das Einkommen in brutto letztendlich ist, desto geringer fallen die Beiträge tatsächlich auch aus. Dabei erhält der Anleger die volle Förderungshöhe der Altersvorsorge. Bei einem 400€-Job hat der Versicherte einen monatlichen Beitrag von 16 Euro zu zahlen, um die vollen oben benannten Zulagen erhalten zu können. Auch für junge Leute, die kein großes Einkommen oder Kinder aufweisen, ist diese Form der Vorsorge für das Alter geeignet. Umso länger gespart wird, desto höher fällt letztendlich auch die Rente im Alter aus.

Junge Leute erhalten den Berufseinsteigerbonus

Junge Leute haben die Chance auf den Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro, der einmalig mit der Grundzulage gutgeschrieben wird. Voraussetzung hierfür ist, dass die Personen das 25. Lebensjahr nicht vollendet haben und der Mindestbetrag nicht unterschritten wird. Zudem hat der Sparer direkt förderberechtigt zu sein, um den Berufseinsteigerbonus erhalten zu können. Im ersten Jahr der Sparphase hat ein Sparer mit einem 400 Euro Job bei einem Beitrag von 192 Euro zu zahlen und erhält dabei direkte staatliche Zuschüsse von 354 Euro. Nicht eingerechnet sind Mindestrendite sowie steuerliche Vorteile. Sollte der im 400-Euro Job arbeitende Anleger noch Kinder haben, so erhöhen sich die Zulagen entsprechend.

Steuer im Alter zurückzahlen

Während der Sparphase haben Riester-Anleger Anspruch auf einen Vorteil gegenüber der Steuer. Mit Beginn der Auszahlung wird jedoch eine Steuer erhoben. Es handelt sich hierbei um eine nachgelagerte Besteuerung auf die Förderung. Rentner stehen zwei Möglichkeiten zur Tilgung der Steuer zur Verfügung:

Einmalzahlung der Steuerlast (Minderung der Summe um 30 Prozent)
Tilgung in monatlichen Raten (bis zum 85. Lebensjahr)
Mit Beginn der Auszahlung sollte die geforderte Steuer mit einem Schlag gezahlt werden, da sich die Gesamtsumme so um 30 Prozent mindert. Auch laut Experten ergibt sich hierdurch ein höherer Nutzen.

Zweck der nachgelagerten Besteuerung

Die Beiträge werden somit während der Sparphase nicht pauschal besteuert. Daraus resultiert, dass die Anleger höhere Zinsen für ihre Verträge erhalten können. Weiterhin ist der Steuersatz im Rentenalter geringer als während des Berufslebens. Das mindert die tatsächliche Steuerlast.

Achtung bei Grundsicherung im Alter

Wer voraussichtlich auch im Alter auf eine Grundsicherung angewiesen ist, der sollte von einem Abschluss absehen. Denn es handelt sich beim zusätzlichen Geld um anrechnbare Einkünfte. Somit wird die Rente auf die Grundsicherung angerechnet. Experten raten daher von einer Zusatzvorsorge ab. Aktuell plant die Regierung, dass mindestens 100 Euro einer private betriebenen Vorsorge nicht auf die Grundsicherung Anrechnung finden.

Für wen lohnt sie sich: Plan vom Hauskauf

Wer einen Hauskauf plant, der kann die Riester-Rente dazu nutzen, um günstig an flüssiges Kapital zu gelangen. Ein Beschluss des Europäischen Gerichtshofes kippte die alte Regelung, dass ein Hauskauf mit dem Riester Vermögen lediglich in Deutschland möglich ist. Mittlerweile ist der Hauskauf mit dem Vorsorgevermögen in jedem EU-Ausland möglich. Allerdings gilt noch immer die Voraussetzung, dass die Immobilie eigenständig genutzt werden muss. Auch sollten die Anleger, die das Vermögen zu Hauskauf verwenden, dass das entnommene Geld bis zum Rentenalter zurückgezahlt wird. Ansonsten entfallen die Ansprüche auf die Zuschüsse. In 2012 ist vor allem die Eigenheimrente so beliebt wie nie zuvor. Hier geht es zu weiteren Informationen über Wohn-Riester. 

Was die Anleger beim Abschluss erhalten

Laut Stiftung Warentest ist die Riester-Rente noch immer die beste private Altersvorsorge, die die Bundesbürger für das hohe Alter erhalten können. Seit 2013 müssen die Anbieter nun auch die Kosten und die tatsächliche Rente auflisten. So wissen die Anleger, wie hoch die Rentenversicherung nach den Jahren der Anlage ausfallen wird. Auch die Rendite und die Auszahlung wird in den Verträgen nun übersichtlich angezeigt. Die Verbraucher wissen somit bereits nach Abschluss welches Geld bei welchem Beitrag sie im Alter erhalten werden.

Für wen ist die Riester-Rentesinnvoll: das Fazit

Nahezu alle förderberechtigten Personen können die Riester-Rente zu ihrem Vorteil nutzen. Egal ob im 400-Euro Job oder als Besserverdiener. Experten sprechen von einem „sozialpolitischen Volltreffer“, da sie sich für alle lohnt. Es ist zum Teil schwierig zu sagen, für wen sie besonders geeignet ist, da die Zulagen sehr hoch sind. Junge Leute haben durch den Berufseinsteigerbonus einen besonderen Anreiz. Aber auch zum Hauskauf kann sie genutzt werden. Auf Grund der großen Auswahl der Riester-Anbieter und der Tarife sollte man vor dem Abschluss einen Experten konsultieren, der einem den passenden Tarif ermitteln kann.