Riester Rente

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Kostenüberschussbeteiligung- Allianz wehrt sich

Die Verbraucherzentrale Hamburg und der Bund der Versicherten hat bemängelt, dass Riester-Versicherte der Allianz erst an den Kostenüberschüssen beteiligt werden, wenn sie ein Grundkapital in Höhe von 40.000 Euro angespart haben. Kritik fanden die Kläger auch an der Bereitstellung der Informationen hinsichtlich der Beteiligungen. Das Landesgericht Stuttgart bemängelt im Urteil zwar die fehlende Transparenz, die Beteiligung wurde in der Entscheidung jedoch nicht als prinzipiell unrechtsmäßig eingestuft.

Hintergrund der Klage

Versicherten steht üblicherweise ein gesetzlicher Anspruch auf eine Kostenüberschussbeteiligung zu, die immer dann entsteht, wenn ursprünglich veranschlagte Kosten nicht zustande kommen. Kunden stehen dabei 50 Prozent zu. Von einer solchen Beteiligung profitierten laut Verbraucherzentrale Hamburg und dem Bund der Versicherten bei der Riester-Rente der Allianz jedoch nur diejenigen, die ein Garantiekapital aufweisen, das höher ist als 40.000 Euro. Die Verbraucherzentrale kritisiert weiterhin, dass eine solche Höhe speziell für „ärmere, ältere oder kinderreiche Kunden“ kaum zu erreichen ist.

Keine Beanstandung am „Modus der Kostenüberschussbeteiligung bei der Allianz RiesterRente“

Die Allianz Deutschland gibt bekannt, dass die Kostenüberschussbeteiligung rechtmäßig sei, bedauert jedoch auch die Verunsicherung am Kunden. Das Landesgericht erklärt die aufgesetzten Versicherungsbedingungen für intransparent. Es handelt sich im entsprechenden Abschnitt um eine unzureichende Beschreibung der Beteiligungs-Modalität, so das Gericht im Urteil vom 25.04.2013 weiter. Auch wenn das Anliegen der Kläger als gescheitert angesehen werden kann, so wird die Allianz Deutschland prüfen, ob Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt werden können. Eine fehlende Transparenz in den Versicherungsstatuten ist für den Branchenprimus nicht ersichtlich.

Verursacherorientierte Beteiligung für Kunden

Das Urteil des Gerichts bekräftigt das verursacherorientierte Kostenüberschussbeteiligungs-Prinzip gemäß § 153 Versicherungsvertragsgesetz. Versicherer werden dazu aufgerufen, Kunden adäquat an den erwirtschafteten Überschüssen zu beteiligen. Der Anbieter teilt in einer Stellungnahme mit, dass die anfallenden Gebühren prinzipiell verhältnismäßig zu den eingezahlten Beiträgen stünden. Überschüsse können erst dann entstehen, wenn Versicherte hohe Einzahlungen in den Vertrag vornehmen, so die Allianz in einer Pressemitteilung weiter. Wer geringere Beiträge in seinen Vertrag einzahlt, der könne nicht an den Kostenüberschüssen Teil haben.

Für Riester-Kunden ändert sich nichts

Für versicherte Riester-Sparer ändert sich auch nach dem Urteil zunächst nichts. Der Beklagte äußert sich scharf gegen die von der Verbraucherzentrale Hamburg vorgelegten Zahlen und erachtet die Werte für sinnwidrig. Der Bund der Versicherten geht in eigenen Berechnungen davon aus, dass „ärmere, ältere oder kinderreiche Allianz-Kunden“ mit Rentenbeginn bis zu 3.500 Euro fehlen würden. Die Allianz reagiert auf den angebrachten Vorwurf mit den Grundsätzen der Überschussbeteiligung.

Überbewertete Zahlen stehen nicht im Verhältnis

Die Allianz sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass den Versicherten mehrere Millionen Euro vorenthalten wären. Der Versicherer erklärt, dass die Kostenüberschussbeteiligung „deutlich überbewertet“ wäre und nur einen geringen Teil der Gesamtüberschüsse für die Kunden ausmachen würde. Mit dem derzeitigen Modus profitiere der Versicherer auch nicht von Kunden-Geldern.

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