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Deutschland-Rente als Alternative zur Riester-Rente?

Deutschland Rente statt Riester-Rente?-2Weil die Riester-Rente oft wegen ihrer angeblich niedrigen Rendite in die Kritik gerät, wird schon seit längerem eine Alternative zur privaten Vorsorge in Form einer sogenannten Deutschland-Rente diskutiert. Der Systemwechsel zum staatlich organisierten Deutschlandfonds soll den Sparern die Sicherheit geben, dass kein Gewinninteresse einzelner Anbieter das angesparte Kapital schmälert. Allerdings gibt es viele kritische Stimmen, die das neue Konzept als unsicher und offen für Korruption ansehen. 

So soll die Deutschland Rente funktionieren

Wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung sollen bei der Deutschlandrente Beiträge vom Arbeitnehmer an die Deutsche Rentenversicherung gezahlt werden. Der Deutschlandsfonds übernimmt dann die Anlage des eingezahlten Kapitals. Der Fonds soll als „eigenständiger, zentraler Rentenfonds“ agieren, der sowohl frei von jeglichem Gewinninteresse als auch vor politischem zugriff geschützt ist. Informationen zum Riester-Rente Fondsparplan

Höhere Rendite durch staatliche Organisation

Dabei soll der Fonds seine Anlagen auf breitem Feld anlegen, um mögliche Anlagerisiken vermeiden zu können. Dabei soll hauptsächlich in Aktien investiert werden, damit während der Niedrigzinsphase die benötigten Beträge für eine weitere private Rente erwirtschaftet werden können. Durch das fehlende Gewinnstreben des staatlichen Fonds soll auf diese Weise eine höhere Rendite erzielt werden als bei der Riester-Rente. Als Vorbild für den Deutschlandsfonds gilt die norwegische Rentenversicherung, die auf eine Rendite von mehr als fünf Prozent kommt. Die Teilnahme an dieser Rentenform soll kein Zwang sein, doch der Arbeitnehmer muss der Rentenform ausdrücklich widersprechen, ansonsten spart er automatisch Geld im Deutschlandfonds an.

Versicherungswirtschaft warnt vor voreiliger Euphorie

Besonders die Versicherungswirtschaft wehrt sich allerdings gegen das neue Konzept der Deutschland-Rente. Es würden die Beweise fehlen, dass der staatlich verwaltete Fonds kostengünstiger sei, als die marktwirtschaftliche Variante, wird von Seiten des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gewarnt. Und diese Warnung kann durchaus ernst genommen werden. Der norwegische Staatsfonds gehört zwar zu den größten Fonds der Welt und sein Volumen hat sich in den letzten zehn Jahren durch die Investition in Öl vervielfacht, allerdings musste der Fonds in der letzten zeit schwere Einbußen hinnehmen, denn der Ölpreisverfall beschert dem Fonds nun starke Verluste.

Verlust der Individualität durch einheitliche Anlagepolitik?

Gegner der Deutschland-Rente kritisieren, dass alle Arbeitnehmer einer vereinheitlichten Anlagepolitik unterliegen würden. Dadurch würde sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern „die Möglichkeit genommen, eine dem jeweiligen Alter angepasste Risikostruktur für ihr Anlagekapital zu wählen“, so Manfred Laux, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Investment- und Asset-Managementgesellschaften (BVI). Die sogenannten Lebenszyklusmodelle seien jedoch ein wesentlicher Bestandteil der modernen Altersvorsorge. Zudem nennt Laux noch ein weiteres Problem des Deutschland-Fonds: Er könnte leicht Opfer von politischem Missbrauch werden. Dies würde bereits jetzt schon die „versicherungsfremde Nutzung der Sozialkassen“ anzeigen, so Laux.

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