Riester Rente

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Regierung will Riester trotz Kritik weiterführen

Riester-Rente weiterTrotz immer wiederkehrender Kritik und stagnierender Abschlusszahlen will die Bundesregierung die Riester-Rente weiterführen. In Bezug auf Verbesserungen der privaten Altersvorsorgeform gab es bisher keine konkreten Äußerungen, der Arbeitgeberverband fordert allerdings eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse. Ob sich diese Forderung durchsetzen wird, steht allerdings in den Sternen – die Regierung äußerte sich noch nicht in Bezug auf mögliche Verbesserungen der Riester-Rente.

Riester-Bestand erstmals gesunken

Laut der Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ist der Riester-Bestand im ersten Quartal 2016 erstmals gesunken. In diesem Zusammenhang stellte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Anfrage bezüglich aktueller Daten zur Riester-Rente. Finanzstaatssekretär Dr. Michael Meister antwortete in einer 47-seitigen Darstellung, in der er unter anderem erklärte, dass man beachten müsse, dass es sich bei der Statistik zum Rückgang der Riester-Verträge um Nettozahlen handele. Einen wirklichen Aufschluss über die Anzahl der Neuabschlüsse und Vertragsauflösungen könnte man daraus deshalb nicht ableiten.

Grüne üben Kritik

Mit dieser Antwort geben sich die Grünen allerdings nicht zufrieden. Der rentenpolitische Sprecher der Grünen, Markus Kurth, betonte gegenüber dem Versicherungsjournal, dass die Stellungnahme der Regierung zu den Renditeerwartungen bei der Riester-Rente keine plausiblen Begründungen liefern würden. Außerdem sei die Rendite der Riester-Rendite mit einem Prozentpunkt mehr als die der gesetzlichen Rentenversicherung kaum noch lohnenswert.

Zu wenige nutzen die Zulagen

Ein großes Problem bei der Riester-Rente ist, dass zu wenige die volle staatliche Förderung nutzen. Nur etwa jeder dritte Riester-Sparer erhält die volle Zulagensumme. Zwei Millionen Spare erhielten weniger als 50 Prozent der Zulagen. Zwischen 50 und 75 Prozent der Zulagen erhielten etwa 1,2 Millionen Personen. Außerdem wurden laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) etwa ein Fünftel der Riester-Verträge beitragsfrei gestellt.

Zulagen steigen trotz Inflation nicht an

Der große Vorteil der Riester-Rente ist, gerade in Zeiten des Niedrigzinses, die staatliche Förderung. Allerdings sind die Zulagen (Riester-Rente Zulagen) schon seit mehreren Jahren nicht mehr angehoben worden. Die Inflationsrate ist zwar momentan glücklicherweise relativ gering, sodass Verbraucher noch keine Auswirkungen bemerken, in den nächsten Jahren ist jedoch damit zu rechnen, dass es zu einer schleichenden Entwertung führt.

So funktioniert die Riester Förderung

Riester lockt mit staatlichen Förderungen, diese sind allerdings an einige Bedingungen geknüpft. Voraussetzung ist, dass jedes Jahr der vorgeschriebene Beitragssatz eingezahlt wird (4% vom Bruttoeinkommen). Die Grundförderung beträgt 154 Euro. Für ein Kind, das nach 2008 geboren ist, gibt es 300 Euro, für das Kind, das vor 2008 geboren ist, erhält der Sparer eine Zulage von 185 Euro. Als Beispiel: Ein Riester-Sparer verdient im Jahr brutto 40.000 Euro und hat zwei Kinder, eins vor 2008 und eins nach 2008 geboren. Der Eigenanteil des Sparers beträgt dabei 961 Euro. Vom Staat erhält der Sparer die Grundzulage von 154 Euro plus die Zulagen für Kind 1 und Kind 2 (185 und 300 Euro). Er erhält also 639 Euro an Zulagen, was zusammen mit dem Eigenbeitrag insgesamt eine Riester-Einzahlung von 1.600 Euro ergibt. 

Arbeitgeberverband fordert Zulagenerhöhung

Um die Riester-Vorsorge für Verbraucher wieder attraktiver zu machen, fordert deshalb nun die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, dass die Zulagen erhöht werden sollen. Der staatliche Zuschuss soll pro Jahr von 154 Euro auf 200 Euro angehoben werden. Außerdem fordert der Verband, dass die steuerliche Absetzbarkeit von 2100 Euro auf jährlich 3000 Euro erhöht werden soll. Angesichts der insgesamt 16 Millionen Sparer sei die Riester-Rente nicht gescheitert, so Hauptgeschäftsführer des Verbands Steffen Kampeter, allerdings benötige die Rentenform neue Impulse, damit Arbeitnehmer dazu ermutigt werden, eine Riester-Rente abzuschließen (Riester-Rente online abschließen).

Walter Riester verteidigt „seine“ Rente

Der Namensgeber der Riester-Rente, Walter Riester, wird nicht müde, seine Zusatzrente zu verteidigen. Bei einer Diskussion des Ökonomenverbands (VfS) in der Augsburger Universität erklärte er erst kürzlich wieder, dass er „es genauso wieder machen“ würde. Auf die Frage hin, ob die Riester-Rente gescheitert sei, weil sich das riestern für Bezieher von niedrigen Einkommen kaum lohne, entgegnete Riester, dass die Grundsicherung in diesem Zusammenhang nachrangig sei. Außerdem sei auch für Niedrigeinkommensbezieher die Riester-Rente attraktiv, da sich vor allem für kinderreiche Familien hohe Zuschüsse ergäben. Warum so wenige Menschen dieses Angebot nutzen, konnte er nicht erklären.

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