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Riester-Rente 2018: Das ändert sich

Riester-Rente Neuerungen 20182018 – ein gutes Jahr für die Riester-Rente. Die Bundesregierung hat Mitte letzten Jahres umfangreiche Änderungen bezüglich der Riester-Rente beschlossen. Diese Neuerungen sind im Rahmen des so genannten Betriebsrentenstärkungsgesetzes zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Lesen Sie hier, was sich 2018 ändert und was es mit den Neuerungen auf sich hat.

 

Die Grundzulage steigt

Dank der beschlossenen Neuerungen steigt die Grundzulage von bisher 154 Euro auf nun 175 Euro. Das ist eine Erhöhung um 21 Euro und damit um mehr als 13 Prozent.
Auf die Grundzulage hat jeder Anspruch, der eine Riester-Rente oder einen Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen hat.

Voraussetzungen um die Riester-Zulagen zu erhalten

Um die Grundzulage jedoch auch tatsächlich gutgeschrieben zu bekommen, müssen die Versicherten einige Formalitäten beachten.
Grundvoraussetzung ist, dass die Riesternden mindestens 4 Prozent ihrer Einkünfte einzahlen. Maximal darf der Betrag jedoch nicht höher als 2.100 Euro pro Jahr sein. Von diesem Wert werden wiederum die Zulagen abgezogen.

Rechenbeispiel zur Erhöhung der Riester Grundzulage

Ein kinderloser Mann hat einen Jahresbruttoverdienst von 40.500 Euro. Sein Riesterbeitrag in Höhe von 4 Prozent umfasst daher jährlich 1.620 Euro. Abzüglich der Grundzulage von 175 Euro muss der Versicherte noch 1.445 Euro pro Jahr bzw. 120,42 Euro monatlich in seine Riester-Rente einzahlen. Bisher hätte er 1.466 Euro pro Jahr bzw. 122,17 Euro pro Monat zahlen müssen.

Kleinbetragsrentenabfindung: Zwei Verbesserungen ab 2018

Hat sich nach den Jahren der Einzahlung lediglich ein sehr kleiner Rentenanspruch ergeben, kann der Versicherer den erworbenen Rentenanspruch des Versicherten durch eine Einmalzahlung abfinden. Wie hoch eine Kleinbetragsrente maximal sein darf, wird jährlich neu berechnet. Für 2017 liegt der Maximalbetrag bei 29,75 Euro.
Die Abfindung in Form der einmaligen Zahlung musste bisher gleich zu Beginn der Auszahlungsphase erfolgen. Für Riester-Renten, die ab 2018 abgeschlossen werden, gilt nun, dass sie ein Wahlrecht enthalten müssen. Dank des neuen Wahlrechtes können die Riester-Sparer nun entscheiden, ob sie die Einmalzahlung wie bisher gleich zu Beginn der Auszahlungsphase erhalten möchten oder erst zum 1. Januar des darauffolgenden Jahres.

Des weiteren war eine solche Einmalzahlung bisher voll steuerpflichtig. Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 gilt: Erfolgt eine Einmalzahlung, wird diese zukünftig ermäßigt besteuert. Hier greift die so genannte Fünftelregelung.

Die Fünftelregelung

Mit der Fünftelregelung werden außerordentliche Einkünfte im Steuerrecht begünstigt (§ 34 EStG). Einfach formuliert, können mit der Fünftelregelung bestimmte Einnahmen (z.B. auch eine Abfindungszahlung) n der Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt werden.

Was bringt das Wahlrecht zur späteren Auszahlung?

Da sowohl die Riester-Rente selbst als auch die Einmalzahlung versteuert werden muss, kann eine spätere Auszahlung finanziell sinnvoll sein. Sparer haben im Normalfall ab dem ersten vollen Jahr Rentenbezug geringere Einkünfte als in dem Jahr, in welchem sie (zumindest teilweise) noch erwerbstätig waren. Sind die Einkünfte geringer, sinkt auch die Steuerlast.

Freibeträge dank Betriebsrentenstärkungsgesetz

Dank des Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes zum 1.1.2018 kommt es zu einer weiteren Verbesserung in der Riester-Rente. Diese Änderung greift vor allem Geringverdienern und Menschen mit unregelmäßigem Einkommen unter die Arme.
Denn wer im Alter trotz der gesetzlichen Rente und der Riester-Rente auf eine Grundsicherung angewiesen ist, musste bisher seine Riester-Rente komplett anrechnen lassen.
Mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde ein Grundfreibetrag in Höhe von 100 Euro eingeführt. Alles was darüber hinausgeht, ist zu 30 Prozent anrechnungsfrei. Diese Freibetragsregelung ist allerdings auf 202 Euro begrenzt.

Rechenbeispiel zum neuen Freibetrag in Bezug auf die Grundsicherung

Eine Rentnerin hat einen Riester-Vertrag abgeschlossen und regelmäßig Beiträge eingezahlt. Nun erhält sie 240 Euro Riester-Rente pro Monat. Da ihre Einkünfte nicht ausreichen, um ihren Lebensunterhalt zu decken, stellt sie einen Antrag auf Grundsicherung. Die Riester-Rente wird dabei als Einkommen angerechnet. Bisher wurden die Leistungen aus der Riester-Rente komplett angerechnet. Das heißt, im Fall der Rentnerin würden die 240 Euro komplett mit der Grundsicherung verrechnet werden.

Dank der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Freibeträge ergebt sich jedoch eine andere Rechnung:

  • Riester-Rente: 240 Euro
  • abzüglich 100 Euro Freibetrag
  • Zwischenergebnis: 140 Euro

Von den bleibenden 140 Euro sind noch 30 Prozent anrechnungsfrei.

  • 30 Prozent von 140 Euro: 42 Euro

Ergebnis: Der Freibetrag von 100 Euro plus der 42 Euro die hinzukommen, ergibt eine Gesamtsumme von 142 Euro. Diese sind im Fall der Rentnerin anrechnungsfrei. Damit werden ab 2018 nur noch 58 Euro als Einkommen berücksichtigt. 142 Euro und damit rund zwei Drittel der Riester-Rente kann sie zusätzlich zur Grundsicherung behalten.

Abschaffung der Doppelverbeitragung

Die Riester-Rente kann auch im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen werden. Diese Renten waren bisher in der Auszahlungsphase voll beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung und haben so die GKV-Beiträge im Rentenalter erhöht.
Weiterhin problematisch war die Tatsache, dass neben der Rente auch die Beiträge der Beitragspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung unterlagen. Das führte bisher zu so genannten Doppelverbeitragung.
Mit inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (lang: Gesetz zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung und zur Änderung anderer Gesetze) wurde die Doppelverbeitragung abgeschafft. Denn ab 1. Januar 2018 sind die Leistungen aus dem “betrieblichen Riester (Riester-Rente, die innerhalb einer betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen wurde.) in der Auszahlphase nicht mehr beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel des Gesetzes ist es, die betriebliche Altersvorsorge durch Riester attraktiver zu machen.

Verfahrensverbesserung für Staatsdiener ab 2019

Staatsdiener, wie Soldaten und Beamte, müssen wenn sie einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, ihr Einverständnis erklären, damit die die Besoldungsstelle ihre Daten an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) übermittelt. Ab 2019 muss die Einwilligung grundsätzlich im Beitragsjahr abgeben werden. Im Moment kann die Einwilligung bis zu zwei Jahre nach Ablauf des Beitragsjahres erfolgen. Wurde die Einwilligung vergessen, kann sie jedoch bis zum rechtskräftigen Abschluss des Festsetzungsverfahrens nachgereicht werden. Ziel ist es, fehlende Einwilligungserklärungen früher zu bemerken, um zu verhindern, dass die Zulagenförderung verloren geht.

Fazit zu den Riester-Rente Änderungen ab 2018

Inwieweit die Riester-Sparer durch die Neuerungen tatsächlich profitieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der WirtschaftsWoche ist zu lesen, dass vor allem Geringverdiener und Familien mit mehreren Kindern die Begünstigten wären. Für kinderlose Singles, die gut verdienen, bringe die Erhöhung der Grundzulage wenig. In jedem Fall ist ein unabhängiger Vergleich der Angebote zu empfehlen. Im besten Fall wendet man sich an einen Versicherungsexperten und lässt sich persönlich beraten. Ob sich die Neuerungen nun auch positiv auf neue Riester-Abschlüsse auswirken, wird die Zukunft zeigen.

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