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Die Rentenbesteuerung

Alles, was Rentner zur Steuer wissen sollten

Die Rentenbesteuerung

Nicht nur Arbeitnehmer müssen Steuern zahlen: Liegen bei Rentner die jährlichen Bezüge über dem Grundfreibetrag, greift die Rentenbesteuerung. Bei rund drei Viertel aller “Renten-Haushalte” ist dieses allerdings nicht der Fall - zumindest nicht in den ersten Jahren der Rente.

Grundlagen zur Rentenbesteuerung

Bis zum Jahr 2005 mussten Rentner keine Steuern auf ihre Altersbezüge zahlen. Das änderte sich zum 1. Januar 2005. An diesem Stichtag trat das Alterseinkünftegesetz in Kraft. Seitdem werden die Rentenbezüge nachgelagert versteuert. Für rentenversicherungspflicht Beschäftigte hat die nachgelagerte Besteuerung durchaus Vorteile: Während ihrer Berufsjahre verringert sich die Steuerlast. Die Einnahmen durch die Altersrente sind in der Regel geringer, sodass im Alter auch der auf die Rente erhobene Steueranteil niedriger ausfällt.

Nicht alle Rentner müssen jedoch auch tatsächlich Steuern zahlen. Steuern für Rentner fallen nur an, falls die Gesamtsumme der Einnahmen einen gewissen Grundfreibetrag übersteigt. Die Träger der Rentenversicherung und sonstiger Versorgungseinrichtungen sind dazu verpflichtet, alle relevanten Daten zur Rentenbesteuerung elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Auf Grundlage dieser Mitteilung prüft das Finanzamt, ob ein Rentner steuerpflichtig ist.

Für welche Bezüge gilt die Rentensteuer?

Rentensteuer fällt nicht nur auf die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung an. Auch die Bezüge aus der betrieblichen sowie aus der privaten Altersvorsorge, beispielsweise aus der Riester-Rente oder der Rürup-Rente, werden nachgelagert versteuert. Ebenfalls steuerpflichtig sind Altersrenten aus landwirtschaftlichen Alterskassen und umlagenfinanzierte Zusatzversorgungsrenten.

Besteuerung der Rente: Welcher Prozentsatz ist zu besteuern?

Nur ein gewisser Prozentsatz der Rentenbezüge muss versteuert werden. Wie hoch dieser Prozentsatz ist, hängt vom Jahr des Renteneintritts ab. In 2005, dem ersten Jahr der Rentenbesteuerung, lag er bei 50 Prozent. Seitdem steigt der Prozentsatz jedes Jahr um zwei Prozentpunkte an. Im Jahr 2020 liegt er damit bei 80 Prozent. Danach steigt er um einen Prozentsatz im Jahr, bis 2040 schließlich auf 100 Prozent der Rente Steuer zu zahlen ist.

Im Jahr 2018 liegt der steuerpflichtige Teil der Altersrente bei 76 Prozent. Die restlichen 24 Prozent der Rentenbezüge sind steuerfrei. Der nicht zu versteuernde Teil der Altersrente wird als Rentenfreibetrag bezeichnet. Der steuerpflichtige Anteil sowie der Rentenfreibetrag werden immer anhand der ersten vollen Jahresbruttorente ermittelt. Gehen Sie zum Beispiel im Oktober 2018 in Rente, berechnet sich der Freibetrag aus der vollen Jahresbruttorente des Jahres 2019.

icon Beispielrechnung

Beispielrechnung

Der Freibetrag ist ein fester Eurobetrag und ändert sich auch in den Folgejahren nicht. Ein Beispiel: Frau K. ist im Jahr 2004 in Rente gegangen. Im ersten vollen Rentenjahr 2005 hat sie eine Rente in Höhe von 12.000 Euro bezogen. Der Freibetrag lag damals bei 50 Prozent, also bei 6.000 Euro. Genauso hoch war der steuerpflichtige Rentenanteil. Im Jahr 2014 bekam Frau K. aufgrund der Rentenanpassung eine Rente in Höhe von 13.031 Euro. Der Rentenfreibetrag liegt allerdings immer noch bei 6.000 Euro. Im Jahr 2014 musste Frau K. also 7.031 Euro aus ihren Rentenbezügen versteuern.

Wer muss Steuern auf die Rente zahlen?

Die grundsätzliche Besteuerung der Rente bedeutet noch nicht, dass Sie auch tatsächlich Steuern auf Ihre Rente zahlen müssen. Die Steuerpflicht gilt nur, wenn die Gesamtsumme Ihrer Bezüge aus Altersrente und Nebeneinkünften über dem Grundfreibetrag liegt. Auch der Grundfreibetrag wird von Jahr zu Jahr angepasst. 2018 beträgt er für Ledige 9.000 Euro, für Verheiratete 18.000 Euro.

Haben Sie Ihr Arbeitsleben lang durchschnittliche Beiträge zur Rentenversicherung geleistet und keine nennenswerten Nebeneinkünfte, besteht eine große Chance, dass Sie zum Renteneintritt noch keine Rentensteuer zahlen müssen. Schätzungen zufolge trifft das derzeit auf etwa drei Viertel aller Rentnerhaushalte zu. Im Laufe des Rentenbezugs kann sich dies jedoch ändern.

icon Jährliche Rentenerhöhung ist voll zu versteuern

Jährliche Rentenerhöhung ist voll zu versteuern

Die Bundesregierung passt die Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung jedes Jahr an. Diese Rentenerhöhung ist zu 100 Prozent zu versteuern. Das Finanzamt nutzt diesen sogenannten Anpassungsbetrag, um den steuerpflichtigen Anteil der Bruttorente zu berechnen. In der Steuererklärung muss der Anpassungsbetrag zusätzlich zur Jahresbruttorente in Anlage R eingetragen werden. Die Höhe des Anpassungsbetrags können Sie der Bescheinigung Ihrer Rentenversicherung entnehmen.

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Eine Steuerklärung müssen Rentner nur abgeben, wenn ihre Bezüge über dem Grundfreibetrag liegen. Neben den Bezügen aus Altersrenten werden dabei auch alle anderen Einkünfte berücksichtigt, etwa aus selbständiger Tätigkeit oder Vermietung und Verpachtung.

Unbedingte Pflicht ist die Abgabe einer Steuererklärung, wenn das Finanzamt Sie dazu auffordert. Erhalten Sie eine Aufforderung, sollten Sie zügig reagieren. Andernfalls schätzt das Finanzamt Ihre Steuerlast. Die Schätzung fällt häufig ungünstiger aus als die tatsächlich zu zahlenden Steuern und kann zu empfindlichen Steuernachzahlungen führen.

In gewissen Fällen ist es sinnvoll, auch dann eine Steuererklärung abzugeben, wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind. Hat Ihre Bank zum Beispiel Kapitalertragssteuer bzw. Abgeltungssteuer einbehalten, können Sie sich diese über die Steuererklärung zurückholen.

Welche Steuersätze gelten für Rentner?

Steuern für Rentner unterliegen demselben progressiven Steuersatz wie für Berufstätige. Je höher das Einkommen ausfällt, umso höher ist auch der Steuersatz. Der Eingangssteuersatz beträgt 14 Prozent. Alleinstehende zahlen ab einem Jahreseinkommen von rund 260.000 Euro den Reichensteuersatz von 45 Prozent. Für Ehepaare gilt der jeweilige Steuersatz bei einem doppelt so hohen Jahreseinkommen.

Zudem müssen auch Rentner den Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Einkommenssteuer sowie 8 bis 9 Prozent Kirchensteuer zahlen.

Was könnten Rentner von der Steuer absetzen?

Genau wie Arbeitnehmer haben auch Rentner die Möglichkeit, ihre Steuerlast zu verringern. Dafür dürfen sie gewisse Aufwendungen von der Steuer absetzen. Dazu gehören:

  • Sonderausgaben wie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, zur privaten Haftpflichtversicherung und Spenden
  • Außergewöhnliche Belastungen wie Arzt- und Medikamentenrechnungen, die Kosten für Krankenhaus- und Pflegeheimaufenthalte oder Beerdigungen
  • Werbungskosten wie etwa die Kosten für einen Renten- oder Versicherungsberater
  • Behinderten-Pauschbetrag für alle regelmäßigen Kosten, die typischerweise für die jeweilige Behinderung anfallen, etwa Medikamente oder ein erhöhter Wäschebedarf. Die Höhe des Pauschbetrags richtet sich nach dem Grad der Behinderung.
  • Altersentlastungsbetrag für Rentner über 64 Jahre. Der Altersentlastungsbetrag senkt das versteuernde Einkommen um bis zu maximal 1.900 Euro im Jahr. Die genaue Höhe hängt vom Geburtsjahr des Rentners ab.
icon Rentner mit ausländischem Wohnsitz beschränkt steuerpflichtig

Rentner mit ausländischem Wohnsitz beschränkt steuerpflichtig

Verbringen Sie Ihre Rentenzeit im Ausland und haben keinen Wohnsitz mehr in Deutschland, müssen Sie unter Umständen trotzdem Steuern an den deutschen Fiskus zahlen. Für die Veranlagung von Rentnern mit Wohnsitz im Ausland ist das Finanzamt Neubrandenburg zuständig. Dort wird geprüft, ob Ihre Bezüge der Steuerpflicht unterliegen. Die Steuerlast ist oft höher als für Rentner im Inland. Rentner mit Wohnsitz im Ausland sind nämlich beschränkt steuerpflichtig, was bedeutet, dass unter anderem weder der Grundfreibetrag noch Sonderausgaben geltend gemacht werden können.