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Riester-Rente in der Steuer
Jetzt an die Zukunft denken

Riester-Rente in der Steuer

Die Riester-Rente ist die am häufigsten genutzte Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Die Förderung erfolgt durch eine Kombination aus Zulagen und Steuervorteilen. Was genau für die Riester-Rente bei der Steuer gilt – und zwar nicht nur in der Ansparphase, sondern auch später bei der Auszahlung – erfahren Sie hier.

Das Grundkonzept der Riester-Rente ist einfach: Während des Erwerbslebens wird regelmäßig in zertifizierten Riester-Verträgen gespart, der Staat gibt über Zulagen und Steuervorteile etwas dazu. Das so gebildete Kapital wird dann im Ruhestand als Rente ausgezahlt.

Die Ausführung ist allerdings nicht ganz so einfach wie es klingt. Das trifft auch beim Thema Riester-Rente und Steuer zu.

Riester-Rente Steuer

Prinzip der nachgelagerten Besteuerung

Wie generell bei der Besteuerung von Alterseinkünften gilt bei der Riester-Rente das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: Die Rente unterliegt im Alter der „normalen“ Besteuerung wie andere steuerpflichtige Einkünfte auch. Beiträge und sonstige Aufwendungen, die den Rentenanspruch begründen, sind dagegen steuerbefreit oder können steuerlich geltend gemacht werden. Sie bewirken dann im jeweiligen Veranlagungszeitraum eine Steuerminderung.

Wirtschaftlich führt das dazu, dass die Besteuerung in gewissem Sinne in die Zukunft verschoben wird: Eine im Erwerbserleben zunächst erzielte Steuerersparnis führt zur steuerlichen Mehrbelastung im Alter. Trotzdem handelt es sich in sehr vielen Fällen nicht um ein „Nullsummenspiel“. Da die Einkünfte im Alter in der Regel geringer sind als während des Erwerbslebens, ist auch der persönliche Steuersatz niedriger. Die effektive Steuermehrbelastung fällt dadurch geringer aus als die Höhe der Steuerersparnis. Unter dem Strich bleibt so eine „echte“ Steuerentlastung.

Lesen Sie auch: So funktioniert die nachgelagerte Besteuerung

Hinweis: Riester-Rente ohne Abgeltungsteuer

Bei Zinsen und Dividenden im Rahmen von Riester-Verträgen fällt keine Abgeltungsteuer an. Das gilt sowohl für die Ansparphase als auch für die Auszahlungsphase. An der Verpflichtung zur Versteuerung daraus generierter Renteneinkünfte ändert das natürlich nichts.

Riester-Rente und Steuer in der Ansparphase

Die Besonderheit bei der Riester-Rente besteht darin, dass die Riester-Förderung aus einer Kombination aus staatlicher Zulage und steuerlichem Sonderausgabenabzug besteht, wobei die Zulage auf die Steuerersparnis angerechnet wird.

Wer die Fördervoraussetzungen erfüllt, erhält derzeit eine jährliche Grundzulage von 175 Euro. Bei vor 2008 geborenen Kindern werden zusätzlich 185 Euro pro Kind, bei ab 2008 geboren Kindern sogar 300 Euro pro Kind in Form einer Kinderzulage gezahlt. Berufseinsteiger dürfen sich über einen zusätzlichen Einmalbonus von 200 Euro freuen (s. a. Riester-Rente für Azubis).

Gleichzeitig können die Beiträge zum Riester-Vertrag in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das ist aber nur bis zu einer Höhe von 2.100 Euro im Jahr möglich. Die Sonderausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen und so auch die Steuerbelastung. Allerdings rechnet das Finanzamt der Steuerersparnis die erhaltenen Zulagen gegen.

Ist die Steuerersparnis höher als die Zulagen, erhalten Sie über die Differenz eine entsprechende Steuererstattung. Sind die Zulagen höher als die Steuerersparnis, gibt es keine Steuererstattung. Ihnen bleiben in diesem Fall jedoch die Zulagen in voller Höhe erhalten.

Aufgrund dieser Konstruktion profitieren von der Riester-Rente vor allem Arbeitnehmer mit hohem Zulagenanspruch (Geringverdiener mit vielen Kindern) oder „Besserverdiener“ ohne Kinder wegen des Steuerentlastungs-Effekts (s. a. Riester-Rente für Gutverdiener).

Beispiel: Zulage und Steuervorteil

Angenommen sei ein Arbeitnehmer ohne Kinder mit einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent. Bei einer jährlichen Einzahlung in einen Riester-Vertrag von 2.100 Euro ergibt sich eine Steuerersparnis von 630 Euro (30 Prozent von 2.100 Euro). Gleichzeitig besteht ein Zulagenanspruch in Höhe von 175 Euro. Die Steuererstattung beträgt in diesem Fall 455 Euro (= 630 Euro – 175 Euro), weil das Finanzamt die Zulage auf die Ersparnis anrechnet.

Riester-Sparen in der Steuererklärung

Um in den Genuss der Steuerbegünstigung zu kommen, ist in der Steuererklärung die Anlage AV (Altersvorsorgebeiträge) auszufüllen. Die dort genannten Beiträge werden dann als Sonderausgaben geltend gemacht. Dabei sind u.a. anzugeben:

  • die Anzahl der Riester-Verträge und die Summe der im Veranlagungsjahr gezahlten Beiträge,
  • bei unmittelbarer Begünstigung die rentenversicherungspflichtigen Einkünfte,
  • die Zahl und Zuordnung von Kindern für Zwecke der Steuerbegünstigung.

Hinweis: Zulagen beantragen

Die Beantragung von Zulagen im Rahmen der Riester-Förderung erfolgt nicht in der Steuererklärung, sondern bei der Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). In der Regel übernimmt das der Anbieter des Riester-Vertrags in Ihrem Namen, wenn Sie eine entsprechende Einwilligung dazu erteilt haben.

Riester-Rente versteuern in der Auszahlphase

Wenn ein Riester-Vertrag zur Auszahlung kommt, unterliegen die gezahlten Renten in voller Höhe der Einkommenbesteuerung. Wie hoch die Steuerbelastung ist, hängt von den steuerpflichtigen Gesamteinkünften bzw. sich dem daraus ergebenden persönlichen Steuersatz ab. Rentner profitieren dabei nicht nur von einem oft geringeren Steuersatz im Vergleich zum Erwerbsleben, sondern auch vom Altersentlastungsbetrag. Dieser besondere Steuerfreibetrag für Steuerpflichtige ab 65 verringert sich allerdings jedes Jahr und liegt 2018 bei 19,2 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens, maximal 912 Euro. Ab 2040 entfällt er komplett.

Anders als bei der gesetzlichen Rente fallen bei der Riester-Rente wenigstens keine Sozialversicherungs-Beiträge (Kranken- und Pflegeversicherung) an. Eine Ausnahme gilt nur bei Riester-Verträgen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge. Gesetzlich Versicherte müssen hier auf ihre Riester-Rente Kranken- und Pflegeversicherungs-Beiträge zahlen.

Auszahlung der Riester-Rente in der Steuererklärung

Und wie müssen Sie die Riester-Rente bei der Steuer angeben? Rentenbezieher füllen in der Steuererklärung die Anlage R aus. Auf Seite 2 der Anlage R sind auch Renten aus Altersvorsorgeverträgen und betrieblicher Altersversorgung anzugeben. Riester-Renten fallen dabei unter die an erster Stelle aufgeführten „Leistungen aus einem Altersvorsorgevertrag, …“, es sei denn, es handelt sich um eine betriebliche Altersvorsorge. Werbungskosten dürfen steuermindernd geltend gemacht werden. Das Finanzamt berücksichtigt auch ohne Angabe automatisch 102 Euro als Werbungskosten-Pauschale. Der Ansatz macht daher nur Sinn, wenn Ihre tatsächlichen Werbungskosten höher sind als 102 Euro.

Fazit

Unser Überblick zeigt: Es ist durchaus möglich, mit der Riester-Rente bei der Steuer zu sparen, auch wenn Sie im Alter ihre Riester-Rente versteuern müssen. Unter dem Strich bleibt in der Regel ein Entlastungseffekt. Allerdings ist das Steuer-Argument sicher nicht ausschlaggebend, um sich für oder gegen diese Form der Altersvorsorge zu entscheiden. Letztlich zählt vor allem die Rendite und ob es gelingt, die Rentenlücke wirksam zu schließen.