Riester Rente

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Produktinformationsblatt: Ab 2017 mehr Transparenz bei Riester-Verträgen

Riester ProduktinformationsblattEine bekannte Kritik an der Riester-Rente ist, dass das Riester-System zu kompliziert sei und nur wenige bei ihrem Vertrag durchblicken. Auf diese Wiese würden Kosten vor den Sparern versteckt, so die Kritik. Der Ruf nach mehr Transparenz wird in diesem Zusammenhang immer lauter. Denn die Riester-Rente kann eine durchaus lohnende Altersvorsorge darstellen, wenn der Kunde in der Lage ist, die Angebote der Anbieter miteinander zu vergleichen. Damit dies für Riester-Sparer in Zukunft besser möglich ist, wird 2017 das Produktinformationsblatt (PIB) eingeführt. Geplant wurde das PIB bereits vor einigen Jahren, einige Anbieter nutzen es auch bereits. Ab 2017 wird das Blatt Pflicht für alle Versicherungsanbieter im Bereich der Riester- und Basisrente.

>> Hier geht es zu einem Muster des Produktinformationsblatts des BMF (PDF)

PIA führt Produktinformationsblatt ein

Die Riester-Rente soll transparenter werden. Mit dieser Aufgabe wurde die neu gegründete Produktinformationsstelle Altersvorsorge gGmbH (PIA) beauftragt, die vor kurzem in Kaiserslautern gegründet wurde. Hauptaufgabe der Stelle sind die Stärkung des Verbraucherschutzes bei steuerlich geförderten privaten Altersvorsorgeprodukten (Riester- und Rürup-Rente). Die Versicherungs-Anbieter dieser Privatrenten müssen nämlich ab dem 1. Januar 2017 ein einheitliches Produktinformationsblatt (PIB) verwenden, das dem Kunden vor Vertragsabschluss überreicht werden muss. Zweck dieses Informationsblattes ist, dass der Kunde über die wichtigsten Inhalte ihres Altersvorsorge-Vertrags aufgeklärt werden. Folgende Angaben werden durch alle Produktinformationsblätter geklärt:

  • Art der Versicherung
  • Beschreibung des versicherten Risikos und der ausgeschlossenen Risiken
  • Angaben zur Prämie und Zahlungsweise
  • Leistungsausschlüsse
  • Obliegenheiten beim Vertragsabschluss
  • Obliegenheiten im Vertragsablauf
  • Obliegenheiten im Versicherungsfall
  • Beginn und Ende des Vertrags
  • Beendigungsmöglichkeiten durch den Kunden

Chancen-Risiko-Klassen für Riester Tarife

Die Einordnung der Riester-Tarife im PIB erfolgt in verschiedene Klassen, die sich wie folgt ausdifferenzieren:

Klasse 1: ausgelegt auf langfristige Sicherheit, kein Verlustrisiko, und minimale Ertragsschwankungen (inflationsgeschützt)
Klasse 2: wie Klasse 1 dabei jedoch geringere Ertragsschwankungen und moderate Aussichten auf Performance (stetiger Werterhalt)
Klasse 3: Rendite-Risiko-Klasse, mit erhöhter Outperfomance-Chance und geringem Verlustrisiko (Werterhalt zum Ansparende)
Klasse 4: erhöhtes Verlustrisiko aber deutliche Ostperformance-Chancen (hohe Verlustrisiken)
Klasse 5: stark wachstumsorientierte Produkte mit erheblichen Risiken, hauptsächlich fondsgebundene Rentenversicherungen ohne Beitragsgarantie (Spekulation)

Renditekennziffer für Verbraucher vorteilhaft

Alle Riester-Verträge bekommen im Produktinformationsblatt eine bestimmte Kosten- und Renditekennziffer, die über sämtliche Produktgruppen einheitlich ermittelt werden. Mehr zu den Kosten einer Riester-Rente erfahren Sie hier. Die Kennziffer der Effektivkosten wird für den Verbraucher dabei besonders vorteilhaft sein. Denn diese Kennziffer klärt durch einen Prozentsatz darüber auf, wie sich die Gesamtkosten langfristig auf die Rendite des Produkts auswirken.

Zahl der abgeschlossenen Riester-Versicherungsverträge leicht rückläufig

Mit der Einführung reagiert das Bundesministerium wohl auch auf die weiterhin sinkenden Zahlen der Riester-Abschlüsse im Versicherungsbereich, die in diesem Jahr ein Rekord-Tief erreicht haben. Im dritten Quartal 2015 sind die Riester-Verträge im Versicherungsbereich um 24.000 Verträge im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Besser sieht es hingegen bei den Fondsverträgen aus, hier stiegen die Abschlusszahlen um 13.000. Im Bereich Wohn-Riester gab es sogar ein plus von 42.000 Verträgen im 3. Quartal 2015. Aktuelle Informationen zur Riester Rente gibt es hier.

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