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Wohn-Riester
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Wohn-Riester

Mit hohen staatlichen Zulagen und geringen Zinsen dient der Wohn-Riester zur Finanzierung von eigenständig genutztem Wohneigentum. Laut Stiftung Warentest haben Anleger so die Chance auf eine Ersparnis von bis zu 50.000 Euro.

Mit dem Wohn-Riester ins Eigenheim

Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung sind für viele ein Traum. Bei der Finanzierung dieses Traumes kann der Wohn-Riester helfen. Der Kauf von Immobilien ist kostenintensiv. Daher müssen die allermeisten Menschen einen Kredit aufnehmen, den sie dann über Jahrzehnte hinweg ab bezahlen müssen.
Mit dem Wohn-Riester hat der Gesetzgeber eine Möglichkeit geschaffen, die Rückzahlung zu beschleunigen und so einerseits schneller schuldenfrei zu sein und gleichzeitig Geld zu sparen.

Schuldenfrei in die Rente

Im Gegensatz zum so genannten Geld-Riester, der über Fonds und Banksparpläne, die gesetzliche Rente finanziell erweitern soll, verfolgt der Gesetzgeber mit dem Wohn-Riester das Ziel, einen schuldenfreien Eintritt in die Rentenphase zu ermöglichen. Die eigene Immobilie ermöglicht es, mietfrei zu wohnen und ist außerdem damit eine Sicherheit fürs Alter.

Wohn-Riester: Wer kann ihn nutzen?

Wohn-RiesterWelche Personen vom Wohn-Riester profitieren können, regelt das Einkommenssteuergesetz (EstG). Hier kommen die §§ 79 und 10a Absatz 1 zum Tragen.

Unmittelbar förderberechtigte Personen sind:

  • Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • Beamte, Richter, Soldaten, Amtsträger
  • Bezieher von Arbeitslosen- oder Krankengeld

Über Umwege können auch geringfügig Beschäftigte und mittelbar förderberechtigte Personen einen eigenen Wohn-Riester-Vertrag abschließen.
Geringfügig Beschäftigte müssen dafür freiwillig die Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Das ist zwar eine finanzielle Mehrbelastung jedoch eine gute Anlage für die Zukunft, auch ohne Wohn-Riester. Sollten Zeiten, in denen man nicht in die Sozialversicherung einzahlt, möglichst vermieden werden. Das gilt natürlich nicht für Selbständige.
Bei mittelbar berechtigten Personen muss der Ehepartner förderberechtigt sein und einen eigenen Vertrag abgeschlossen haben.

Voraussetzung: Die Anleger müssen mindestens 4 Prozent ihres Brutto-Vorjahreseinkommens einzahlen. Maximal jedoch 2.100 Euro.

Welche Immobilien sind förderbar?

Der Wohn-Riester kann für den Bau oder den Kauf von bestimmten Immobilien genutzt werden.

Dazu zählen:

  • ein eigenes Haus
  • eine Eigentumswohnung
  • eine eingetragene Genossenschaftswohnung bzw. der Erwerb von Anteilen an einem genossenschaftlichen Wohnprojekt
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit

Der Wohn-Riester kann allerdings nicht für den Kauf eines Ferienhauses oder Wochenendhauses verwendet werden.

Wichtig ist, dass der Riester-Sparer die Immobilie selbst bewohnt. Denn Ziel des Gesetzgebers ist es, einer breiten Bevölkerungsschicht die Finanzierung eines Eigenheimes zu ermöglichen, sodass sie im Alter mietfrei wohnen können und somit geringere Lebenshaltungskosten haben. Aus diesem Grund ist es zwar unter Umständen möglich, die geförderte Immobilie während des Erwerbslebens zu vermieten, doch spätestens mit Beginn der Rente muss der Riester-Sparer selbst einziehen. Auch die zwischenzeitliche Vermietung ist nur möglich, wenn der Besitzer beispielsweise aus beruflichen Gründen umziehen muss und deshalb die geförderte Immobilien nicht selbst bewohnen kann.

Wohn-Riester: Zulagen

Wohn-Riester Zulagen

Der Staat fördert den Wohn-Riester mit finanziellen Zulagen. Der Wohn-Riester wird durch die Zulagen vor allem auch für Geringverdiener und für Familien mit mehreren Kindern attraktiv.

Um die vollen Zulagen zu erhalten, müssen die Riester-Anleger mindestens vier Prozent ihres Brutto-Vorjahreseinkommens einzahlen.

Diese Wohn-Riester Zulagen gibt es:

Grundzulage: Jeder, der einen Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen hat und mindestens 4 Prozent seiner Vorjahres-Bruttoeinkommens einzahlt, erhält die Grundzulage in Höhe von 175 Euro. Die Bundesregierung hob die Grundzulage zum 1. Januar 2018 im Rahmen des neuen Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) an. Vorher lag der Betrag bei 154 Euro.

Kinderzulage: Riester-Sparer mit Kindern profitieren dank der Kinderzulage doppelt. Sie erhalten die Grund- und die Kinderzulage. Die Höhe der Kinderzulage richtet sich nach dem Geburtsjahr des Kindes.

  • Für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, gibt es 185 Euro.
  • Für Kinder, die am 1. Januar 2008 oder später geboren wurden, beträgt die Kinderzulage 300 Euro pro Jahr und Kind.

Die Zulage erhält immer der Elternteil, der das Kindergeld bekommt. Bei verheirateten Paaren wird die Kinderzulage allerdings erstmal der Mutter zugerechnet. Soll der Vater die Zulage erhalten, müssen die Eltern, die Änderung beantragen.

Beispielrechnung für Wohn-Riester Zulagen

Ehepaar mit zwei Kindern

Ehepaare können jeweils einen eigenen Wohn-Riester-Vertrag abschließen. Wenn sie die maximal möglichen Zulagen erhalten möchten, müssen sie das auch tun. Denn nur so hat jeder der Partner Anspruch auf die jährliche Grundzulage in Höhe von jeweils 175 Euro (zusammen 350 Euro).
In unserem Beispielfall gibt es zwei Kinder, die beide erst nach 2008 geboren wurden. Wenn nichts anderes beantragt wird, erhält die Mutter die Kinderzulagen für beide Kinder. Je Kind sind das in diesem Fall 300 Euro (zusammen 600 Euro).

Die Ehefrau hat damit Anspruch auf staatliche Zulagen in Höhe von 775 Euro. Der Vater erhält nochmal 175 Euro. Zusammen bekommt das Ehepaar staatliche Zulagen in Höhe von 950 Euro pro Jahr.
Zudem hat das Paar die Möglichkeit jährlich eine Tilgung von bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben bei der Steuer abzusetzen.

Höchste Steigerungsrate in 2012

Zahlen, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales regelmäßig veröffentlicht werden, zeigen, dass der Wohn-Riester noch immer sehr beliebt ist. Viele förderberechtigte setzen auf den Wohn-Riester zur Kauf- bzw. Baufinanzierung einer eigenen Immobilie. Die Zahl der Wohn-Riesternden seit 2008, als der Wohn-Riester eingeführt wurde stetig zu. 2009 gab es 197.000 Verträge. Nur sechs Jahre später hat sich die Zahl der Verträge vervielfacht. 2015 nutzen bereits 1.564.000 Menschen die staatliche Förderung und zahlen auf ein Wohnförderkonto ein.
Auch 2017 ist die Zahl der Wohn-Riester-Verträge weiter gestiegen. Im Dezember 2017 veröffentlichte das BMAS die Zahlen der ersten drei Quartale 2017. Allein im ersten Halbjahr gab es 49.000 Neu-Abschlüsse. Im dritten Quartal kamen weitere 11.000 Verträge hinzu. Somit existieren inzwischen rund 1.751.000 Wohn-Riester-Verträge. Finanz- und Bauexperten raten seit Jahren dazu, bei der Finanzierung von Immobilien auf die Eigenheimrente zu setzen.

Wohn-Riester: Vorgaben des Staates an die Anbieter

Versicherungen, Bausparkassen und alle anderen Anbieter von Wohn-Riester- bzw. Riester-Rente-Verträgen müssen diese zertifizieren lassen, wenn sie ihre Angebote, als förderfähig bewerben und anbieten möchten.

Das Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG)

Der § 1 des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes beschäftigt sich mit Begriffsbestimmungen zum Altersvorsorgevertrag.
Absatz 3 des Gesetzes widmet sich dem Thema Zertifizierung.
(3) Die Zertifizierung eines Altersvorsorgevertrages nach diesem Gesetz ist die Feststellung, dass die Vertragsbedingungen des Altersvorsorgevertrages dem Absatz 1, 1a oder beiden Absätzen sowie dem § 2a entsprechen und der Anbieter den Anforderungen des Absatzes 2 entspricht. Eine Zertifizierung im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 1 stellt ausschließlich die Übereinstimmung des Vertrages mit den Anforderungen des Absatzes 1 oder 1a oder beiden sowie des § 2a fest.
(Quelle: AltZertG)

Die Zertifizierung entsprechender Produkte erfolgt durch das Bundeszentralamt für Steuern. Das Bundeszentralamt prüft dabei nicht, ob der jeweilige Vertrag wirtschaftlich tragfähig ist oder ob der Anbieter die Zusagen erfüllen kann. Auch die zivilrechtliche Richtigkeit der Vertragsbedingungen ist nicht Gegenstand der Prüfung.
Die Zertifizierung legt fest, in welche Chancen-Risiko-Klasse ein bestimmter Altersvorsorge-Vertrag einzuordnen ist.

Zertifizierungsvoraussetzungen

Zertifizierungen erhalten nur Produkte der privaten Altersvorsorge. Angebote der betrieblichen Altersvorsorge erhalten kein Zertifikat.

Anbieter, die einen Tarif zum Wohn-Riester anbieten möchten, müssen diesen zertifizieren lassen. Nur dann ist er förderfähig. Dafür muss der Vertrag bestimmte Anforderungen erfüllen.

  • Der Vertrag muss garantieren, dass zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge und die staatliche Förderung zur Verfügung stehen.
  • Die Leistungen dürfen nicht vor dem 62. Lebensjahr oder ab Beginn der gesetzlichen Rente bzw. Pension ausgezahlt werden.
  • Der Vertrag muss eine lebenslange Rente garantieren oder aber die lebenslange Verminderung des monatlichen Nutzungsentgeltes für eine selbst genutzte Genossenschaftswohnung.
  • Die Abschlusskosten müssen sich auf mindestens fünf Jahre verteilen oder sie werden als Prozentsatz von den Altersvorsorgebeiträgen abgezogen.
  • Es muss die Möglichkeit geben, den Vertrag ruhen zu lassen. Außerdem darf die Kündigungsfrist nicht länger als drei Monate sein. Das heißt, der Kunde muss vierteljährlich zum Quartalsende kündigen können.
  • Der Vertrag muss eine wohnungswirtschaftliche Verwendung der Kapitals erlauben.

Es können auch solche Verträge zertifiziert werden, die für den Vertragspartner einen Anspruch auf die Gewährung eines Darlehens zum Zweck der wohnungswirtschaftlichen Verwendung vorsehen.

Begriffserklärung: wohnungswirtschaftliche Verwendung

Wohnungswirtschaftliche Verwendung meint im Fall des Wohn-Riesters, die Nutzung des geförderten Kapitals zur Anschaffung, zum Bau oder zur Entschuldung einer Wohnung. Auch der Erwerb von Geschäftsanteilen an einer eingetragenen Genossenschaft für die Selbstnutzung einer Genossenschaftswohnung ist möglich.

(Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Sinn der Zertifizierung

Ob ein Produkt zertifiziert ist, erkennen Verbraucher an der amtlichen Prüfnummer und einem Zusatz der die Förderfähigkeit des Produktes bestätigt.
Die Zertifizierung sagt allerdings nichts über die Güte des Vertrages aus. Der Anbieter verpflichtet sich lediglich, die eingezahlten Beiträge und Zulagen (ohne Abzug von Kosten) für die Altersvorsorge bereitzustellen. für den Verbraucher ist die Zertifizierung wichtig, denn nur solche Produkte sind förderfähig. Dementsprechend ist es unter anderem von der Zertifizierung abhängig, ob der Kunde staatliche Zulagen erhält.

Bedingung des Gesetzgebers an den Verbraucher

Der Gesetzgeber bindet an seine finanzielle Unterstützung eine Bedingung. Anleger, die Wohn-Riestern müssen das angesparte Guthaben für eine selbstbewohnte Immobilie nutzen, sonst verlieren die staatliche Förderung und müssen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Außerdem muss das Darlehen, das im Rahmen des Wohn-Riester-Vertrages aufgenommen wurde, spätestens bis zum 68. Lebensjahres getilgt werden. Andernfalls sind wiederum die Zulagen zurückzuzahlen.

Wohn-Riester mit Plan

Der Wohn-Riester verlangt durch die Bedingung, dass ein Kredit, der im Rahmen des Wohn-Riesters aufgenommen wird, bis zum 68. Lebensjahr getilgt sein muss, einiges an Planung. Daher ist es wichtig den Vertrag zeitlich so abzustimmen, dass die Rückzahlung bis spätestens zu diesem Zeitpunkt erfolgt ist. Eheleute sollten zudem jeweils einen eigenen Riester-Vertrag abschließen, um die Zulagen und steuerlichen Vorteile in voller Höhe zu nutzen zu können.

Der Darlehensvertrag

Der Wohn-Riester wird auch Darlehensvertrag genannt.

Es gibt drei unterschiedliche Varianten des Darlehensvertrages:

  • ohne Ansparphase
  • mit Ansparphase (Bausparvertrag)
  • mit Ansparphase und Vor- bzw. Zwischen-Finanzierungsdarlehen

Wohn-RiesterDarlehensvertrag ohne Ansparphase

Wenn Sie sich für diese Variante des Wohn-Riesters entscheiden, wird sofort ein Kreditvertrag abgeschlossen und die staatlichen Zulagen fließen gleich in die Tilgung des Darlehens. Das bedeutet für unsere Beispiel-Familie mit zwei Kindern (Jeder Ehepartner hat einen eigenen Riester-Vertrag und die Kinder wurden beide nach 2008 geboren.), dass die jährlichen Zulagen in Höhe von 950 Euro, direkt in die Begleichung der Kreditschulden fließen.

Darlehensvertrag mit Ansparphase (Bausparvertrag)

Diese Variante heißt auch Riester-Bausparen und ist, die Nutzungsform des Wohn-Riesters, die die Kunden am häufigsten wählen.
Die Riester-Kunde spart zunächst innerhalb einer festgelegten Zeit einen bestimmten Geldbetrag an. Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Zeit ist der Wohn-Riester-Vertrag zuteilungsreif und der Kunde erhält von der Bausparkasse ein Darlehen mit den zu Vertragsbeginn festgelegten Zinsen. Die staatlichen Zuschüsse erhält der Anleger sowohl während der Ansparphase, als auch während der Tilgungsphase.

Darlehensvertrag mit Ansparphase und Vor- bzw. Zwischen-Finanzierungsdarlehen

Bei der dritten Variante handelt es sich um so genannte Kombi-Verträge, bei denen man ein Voraus-Darlehen später durch einen Bausparkredit ablöst. Diese Möglichkeit eignet sich beispielsweise, wenn man sofort eine Immobilie kaufen möchte.

Erläuterung zu Variante drei: Das tilgungsfreie Darlehen im Bausparvertrag

Der Bausparvertrag wird in Höhe des, für das Eigenheim benötigten Geldbetrages abgeschlossen. Die Bausparkasse übernimmt hier zunächst die benötigte Bausparsumme bis der Verbraucher ein minimales Guthaben angespart hat. Dieses Darlehen ist tilgungsfrei. Bei Erreichen des Mindestguthabens wird anschließend der Bausparvertrag zugeteilt. Das angesparte Guthaben sowie das Darlehen werden jetzt an den Kunden ausgezahlt. In der Ansparphase zahlt der Sparer zu festen Zinssätzen die anfallenden Raten sowie für das entsprechende Darlehen im Voraus. Bei Zuteilung wird das Darlehen abgelöst.

Wird Wohn-Riester-Guthaben als Eigenkapital anerkannt?

Wer eine Immobilie finanzieren möchte, kann das Guthaben vom Wohn-Riester als Eigenkapital einbringen. Wie auch bei anderen Darlehen gilt auch in diesem Fall: Je größer der Eigenanteil bei einer Finanzierung, desto niedriger die Zinsen des Kredits. Für Sparer bedeutet dieses: Die monatlichen Raten fallen deutlich niedriger aus!

Wohn-Riester Test

Die Produkte des Wohn-Riesters sind immer wieder Gegenstand von Testergebnissen. Allerdings gibt es hier leider nur Ergebnisse von der Stiftung Warentest.
Andere Ratingunternehmen beschäftigen sich eher mit der klassischen Riester-Rente bzw. der fondsbasierten Riester-Rente. Daher liegen zwischen den Testergebnissen jeweils zwei bis drei Jahre. Der letzte Test ist allerdings recht aktuell und wurde Ende 2017 veröffentlicht.

Aktueller ist jedoch ein individueller Vergleich. Dieser liefert einen Überblick über die aktuellen Produktangebote.
Fordern Sie direkt einen kostenfreien und unverbindlichen Tarifvergleich einer Auswahl aktueller Tarife an. Oder kontaktieren Sie uns gern persönlich – unverbindlich und kostenfrei: 030 – 120 82 82 8 (Mo – Fr: 9 – 18 Uhr) oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Stiftung Warentest prüft Angebot der Bausparkassen 2017

Die Stiftung Warentest hat Ende Oktober 2017 mehr als 20 Angebote von verschiedenen Bausparkassen zum Wohn-Riester verglichen und bewertet. Die Ergebnisse wurden in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 11/2017) veröffentlicht.

Die Experten von Stiftung Warentest forderten bei den deutschen Bausparkassen jeweils drei Angebote an. Die Bausparkassen waren angehalten für die Angebote stets den günstigsten Wohn-Riester-Tarif zu nehmen und die optimale Bausparsumme für drei vorgegebenen Beispielfällen zu nennen.

Modellsparer

  • Im ersten Fall zahlt der Kunde die höchstmögliche Summe von 2.100 Euro ein und möchte bereits nach sieben Jahren bauen bzw. eine Immobilie kaufen.
  • Der zweite Modellkunde zahlt ebenfalls 2.100 Euro jährlich ein, möchte jedoch erst nach 10 Jahren kaufen bzw. bauen.
  • Im dritten Fall soll ebenfalls nach zehn Jahren gekauft bzw. gebaut werden. Allerdings liegt die Sparleistung mit 800 Euro jährlich sehr viel niedriger.

Wohn-Riester-Test 2017: Ergebnis

Die Zahl der Anbieter hat sich im Vergleich zum Test aus 2014 stark verringert. Nur zehn Bausparkassen schickten auf die Anfrage der Stiftung Warentest Angebote.
Des Weiteren gab es nur für Modellfall 2 zehn Angebote. Für den ersten Fall reichten 8 Bausparkassen ein Angebot ein. Für den dritten Fall liegen lediglich 6 Angebote vor.

Diese Bausparkassen haben Angebote zu Wohn-Riester-Produkten eingereicht

  • BHW
  • LBS Bayern
  • LBS Hessen-Thüringen
  • Deutsche Bank
  • LBS Ost
  • LBS Saar
  • Schwäbisch Hall Fuchs
  • LBS Schleswig-Holstein-Hamburg
  • LBS West
  • Wüstenrot

Fazit zum Test: Wohn-Riester lohnt sich. Unter gewissen Voraussetzungen.

Für Anleger, die mittel- oder langfristig planen, ist der Wohn-Riester, eine gute und empfehlenswerte Möglichkeit an die eigenen vier Wände zu kommen.
Der wichtigste Vorteil ist die Zinssicherheit, die der Wohn-Riester bietet. Denn es gilt die Zinshöhe, die bei Vertragsschuss vereinbart wird. Im Moment liegt das für Bauspardarlehen bei 2,0 bis 2,5 Prozent.
Andererseits gilt die Bindung auch für die Verzinsung des Guthabens. Diese liegen derzeit unter einem Prozent. Häufig zahlen die Anbieter auch nur 0,1 Prozent Zinsen auf das Sparguthaben. Werden die Zinsen mit den Gebühren verrechnet, bleibt meist weniger übrig als die Sparer eingezahlt haben.
Das heißt, zum reinen Sparen ist der Wohn-Riester derzeit nicht geeignet. Doch wer für ein Eigenheim spart, der kann sich mit dem Wohn-Riester ein sehr günstiges Zinsniveau für die Rückzahlung eines Kredites sichern (https://www.test.de/Riester-Bausparen-Guenstige-Immobilienkredite-dank-Vater-Staat-4941866-0/).

Wohn-Riester-Test 2014 (Stiftung Warentest)

Im Wohn-Riester Test vom November 2014 ermittelten die Experten von Stiftung Warentest für verschiedene Modellfälle das jeweils beste Angebot für Bausparverträge. Die Bausparsumme variiert von Anbieter zu Anbieter, da die jeweilige Bausparkasse selbst den optimalen Geldbetrag festlegen sollte. Ein konkreter Vergleich zwischen den Wohn-Riester-Verträgen fällt somit schwer. Empfehlenswert sind laut Stiftung Warentest folgende Anbieter:

  • Wüstenrot
  • Alte Leipziger
  • Deutsche Bausparkasse Badenia
  • Bausparkasse Mainz („WohnriesterPlus“)

Wüstenrot kann mit seinem Tarif „RC/FX 2,45“ gleich zweimal überzeugen. Auch die Bausparkasse Badenia mit dem Tarif „Via Badenia 500 R ClassicFinanz“ und die Alte Leipziger mit ihrem Tarif „Easy Finanz Riester“ zählen zu den Testsiegern.

Die Testergebnisse der Fachzeitschrift „Finanztest“ wurden in der Ausgabe 11/2014 veröffentlicht. Alle Tarife finden Sie auch in unserem Online-Vergleich. Zum Riester Rente Test.

Wohn-Riester-Test 2012

Im Test aus dem Jahr 2012 wurde der Tarif (RB/FX) der Bausparkasse Wüstenrot zum zweiten Mal nacheinander zum Testsieger gekürt. Grundsätzlich bieten die Bausparkassen die besten Konditionen für die künftigen Bauherren. Die Abschlussgebühr wird über fünf Jahre verteilt erhoben. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einem ungeförderten Bausparvertrag.

Ergebnis

  • Wüstenrot im Tarif RB/FX
  • Aachener Bausparkasse im Tarif G
  • Alte Leipziger im Tarif easy finance Riester
  • Schwäbisch Hall im Tarif Fuchs Wohn-Rente

Die Testergebnisse der Fachzeitschrift „Finanztest“ erschienen in Ausgabe 11/2012. Alle oben erwähnten Tarife sind auch in unserem Onlinevergleich enthalten. Zum Riester Rente Test.

Gut zu wissen

Im Vergleich schneiden die Kombikredite der Bausparkassen wesentlich besser ab als die Angebote anderer Anbieter bzw. Finanzdienstleister. Daher ist es sinnvoll, sich beim riestern für einen solchen Bausparvertrag mit tilgungsfreiem Darlehen zu entscheiden.

Fazit zu den Ergebnissen der Stiftung-Warentest

Laut Stiftung Warentest haben vor allem die Konditionen der Bausparkassen im Test sehr gut abgeschnitten. Bei ihnen ist das Anlegen eines Wohnförderkontos daher besonders sinnvoll.
Angebote der Bausparkassen sind sinnvoll
Bei den verschiedenen Wohn-Riester Tests konnten vor allem die Darlehen der Bausparkassen überzeugen. Gerade die Schwäbisch Hall und die Landesbausparkasse Baden-Württemberg stachen positiv aus dem Vergleich hervor. Bei einer Laufzeit von etwa 20 Jahren kann der Kunde bei Kombination aus Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen mit einem günstigen Zinsniveau rechen.
In der Vergangenheit konnte dieses Kombinationsmodell im Test nicht überzeugen. Daher war das Ergebnis der Stiftung Warentest überraschend.
Doch da die Testinstitute immer nur mit einigen wenigen Modellfällen arbeiten können, sollte man immer einen eigenständigen Vergleich durchführen. Denn egal, welche Anbieter im Test überzeugen, die individuellen Umstände des Kunden können dazu führen, dass ein anderer Anbieter besser geeignet ist.

Verkauf oder Vermietung der Immobilie

Wird eine, durch den Wohn-Riester finanzierte Immobilie verkauft, kann eine Nachversteuerung drohen. Außerdem muss der Immobilienbesitzer eventuell, die erhaltenen Zulagen zurück zahlen. Das lässt sich jedoch auch vermeiden. Sollten Sie beispielsweise in einem Zeitraum von vier Jahren eine weitere Immobilie erwerben, so droht keine Nachzahlung. Für wen ein Umzug aus persönlichen Gründen unausweichlich ist, der kann die Immobilie zum Beispiel an Dritte weiter vermieten. In diesem Fall hat der Eigentümer spätestens zum Eintritt des Rentenalters wieder in den Wohnraum zurückzukehren und ihn fortan eigenständig zu bewohnen.

Vergleich ist immer sinnvoll

Ein unabhängiger Vergleich wird dennoch immer angeraten. Der Verbraucher bzw. künftige Bauherr sollte sich vorab alle dafür notwendigen Informationen zu den jeweiligen Angeboten einholen. Zudem sollten die Voraussetzungen für den Wohn-Riester bereits im Vorfeld abgeklärt werden, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

Versteuerung mit Rentenbeginn

Ebenso wie bei der Riester Rente, erhält der Sparer auch beim Wohn-Riester steuerliche Vergünstigungen während der Sparphase. Mit Beginn der Auszahlphase ändert sich dies allerdings und es gilt nun Steuern zu entrichten.
Unabhängig von der Wahl des Anbieters können Verbraucher sich bereits im Vorfeld darüber erkundigen, wie hoch die zu entrichtende Steuer im Alter sein wird.

Nachgelagerte Besteuerung

Bei geförderten Vorsorgeprodukten sind die gezahlten Beiträge/Tilgungsleistungen in der Ansparphase bis zu einer Obergrenze als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abzugsfähig. Derzeit liegt diese Grenze bei 2.100 Euro.
Der Gesetzgeber gewährt für Wohn-Riesternde eine Steuererleichterung während der Ansparphase. Erst mit Eintritt in die Rente erfolgt die Besteuerung (nachgelagerte Besteuerung).

Das Wohnförderkonto

Wie hoch die Steuerlast am Ende ist, wird mit Hilfe des Wohnförderkontos ermittelt. Es handelt sich dabei um ein fiktives Konto, auf dem die Zulagen und die Tilgungen gespeichert werden (maximal 2.100 Euro pro Jahr). Zusätzlich wird der Betrag am ende jeden Jahres mit 2 Prozent verzinst. Begründet wird die Verzinsung mit dem Umstand, dass die geförderte Immobilie bereits bewohnt werden kann und der Besitzer von Wertsteigerungen profitiert.
Mit Eintritt in die Rente erfolgt dann die Besteuerung des Guthabens, welches sich auf dem Wohnförderkonto befindet.
Für die Steuerzahlung können die Kunden zwischen zwei Möglichkeiten wählen.

Jährliche Besteuerung (Verminderungsbetrag)

Bei der jährlichen Besteuerung wird die Steuerlast auf einen längeren Zeitraum verteilt. Die Steuern werden dann als feste jährliche Raten bis längstens zum 85. Lebensjahr fällig.

Einmalbesteuerung (Auflösungsbetrag)

Die zweite Option nennt sich Einmalbesteuerung. Hier muss der Anleger die gesamte fällige Steuer auf einen Schlag entrichtet.
Der Vorteil: Der fällige Betrag wird um 30 Prozent reduziert. Das heißt, der Anleger zahlt nur 70 Prozent des so genannten Auflösungsbetrages zurück. Allerdings handelt es sich meist um hohe Geldbeträge in vier- bis fünfstelliger Höhe.

Wohn-Riester Fazit

Jeder der nicht ewig zur Miete wohnen möchte, sondern Eigentum erwerben will, welches dann auch selbst bewohnt wird, sollte sich mit der geförderten Eigenheimrente, dem Wohn-Riester auseinandersetzen. Der wohn-riester ist eine Möglichkeit mit staatlicher Unterstützung schneller ins Eigenheim zu kommen und im alter mietfrei zu Wohnen.
Ob und in welchem Umfang sich der Wohn-Riester für den Einzelnen lohnt, lässt sich am besten in Rücksprache mit einem Experten ermitteln.

Haben Sie noch Fragen zum Wohn-Riester? Kontaktieren Sie uns gern persönlich – unverbindlich und kostenfrei: 030 – 120 82 82 8 (Mo – Fr: 9 – 18 Uhr) oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.