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Riester-Rente bei Arbeitslosigkeit

Auch wer arbeitslos ist, sollte nicht auf die Vorteile der Riester-Rente verzichten. Bei Arbeitslosengeld I oder Hatz IV gilt: Wer bereits 5 Euro im Monat einzahlt, erhält die volle staatliche Förderung! Der Beitrag für die Riester-Rente richtet sich stets nach dem Einkommen des Vorsorgenden. Je geringer das Einkommen, desto geringer also der Beitrag.

Was ist mit der Riester-Rente, wenn man arbeitslos wird?

Wer arbeitslos wird und in eine Riester-Rente einzahlt, muss einiges beachten. Die zu entrichtenden Beiträge für die geförderte Altersvorsorge berechnen sich am Bruttojahreseinkommen des Vorjahres. Das heißt, Betroffene müssen trotz Arbeitslosigkeit die gewohnten Beiträge zahlen, wenn sie die Zulagen erhalten möchten. Allerdings gibt es die Möglichkeit, den Vertrag ruhen zu lassen oder die Beiträge, an die wirtschaftliche Lage anzupassen. Bei beiden Möglichkeiten genügt in der Regel ein formloses Schreiben an die Versicherung. Der Anspruch auf Zulagen und Steuervorteile verfällt allerdings, wenn nicht vier Prozent des Vorjahres-Brutto-Einkommens eingezahlt werden.

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Riester-Rente und arbeitslos: Rechenbeispiel

Vor allem Kinder steigern die Rendite der staatlich geförderten Altersvorsorge.

Beispiel: Eine Mutter von zwei Kindern bezieht Arbeitslosengeld II. Das erste Kind wurde 2006, das zweite Kind 2012 geboren.

Folgende Zulagen erhält die Mutter, wenn sie riestert:

  • Grundzulage: 175 Euro jährlich
  • Kinderzulage für Kind 1: 185 Euro im Jahr (weil vor 2008 geboren)
  • Kinderzulage für Kind 2:  300 Euro im Jahr (weil nach 2008 geboren)
  • Staatliche Zulagen gesamt = 660 Euro

Zu zahlender Mindestbeitrag und Zulagen

Die Frau erhält im Jahr 660 Euro an staatlichen Zulagen. Dabei hat sie im Monat lediglich den Mindestbeitrag in Höhe von 5 Euro  für ihre Zusatzrente zu zahlen.

Da die Frau Hartz IV bezieht, liegt ihr Mindesteigenbeitrag bei monatlich 5 Euro. Das heißt, mit einem jährlichen Eigenbeitrag von nur 60 Euro fließen insgesamt 660 Euro in ihre private Altersvorsorge.

  • Zulage vom Staat: 660 Euro
  • Mindestbeitrag: 5 Euro im Monat bzw. 60 Euro im Jahr
  • = 600 Euro Gewinn für die Sparerin pro Jahr
icon Arbeitslosengeld I: Bruttoeinkommen

Arbeitslosengeld I: Bruttoeinkommen

Für die gesetzliche Rentenversicherung ist der Bezug von Arbeitslosengeld I noch von großer Bedeutung. Die Agentur für Arbeit zahlt in diesem Fall auch weiterhin Beiträge an den gesetzlichen Rentenversicherungsträger. Als Grundlage werden 80 Prozent des zuletzt verdienten Bruttoeinkommens herangezogen. Bei einem Bruttoverdienst  von 2.000 Euro vor der Arbeitslosigkeit werden von der Agentur somit 1.600 Euro als Basis verwendet. Die spätere Rentenminderung fällt daher mit etwa 5 Euro relativ gering aus. Zumindest für das eine Jahr des Leistungsbezuges.

Arbeitslosengeld II

Nach einem Jahr Arbeitslosengeld I erhält der Leistungsempfänger Arbeitslosengeld II (Hartz-IV). Bei Hartz-IV müssen Leistungsempfänger schon erhebliche Einbußen bei der gesetzlichen Rentenversicherung hinnehmen. Mit Beginn des Jahres 2011 zählt die Zeit von Hartz-IV nicht mehr als Pflichtversicherungszeit. Somit werden keine Rentenbeiträge an den gesetzlichen Rentenversicherungsträger abgeführt. In diesem Fall lohnt es sich zu riestern, denn nur so lassen sich die erheblichen Renteneinbußen ausgleichen.

Riester-Rente ist vor Hartz IV sicher

Riester-Rente Ersparnisse werden nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet – ganz gleich, um welche Form des „Riesterns“ es sich handelt, ob nun klassischer Riester-Vertrag oder Wohn-Riester. Dieses gilt allerdings nur, wenn die Verträge nicht vorzeitig aufgelöst werden.

Im Fall der Arbeitslosigkeit gilt: Wer zumindest vor der Zeit als Hartz-IV-Empfänger in die Rentenkasse eingezahlt hat, erhält auch die Riester-Rente Förderung. Wer möchte, kann die Riester-Verträge während der Arbeitslosigkeit auch pausieren lassen. Das kann unter Umständen auch bis zum Renteneintrittsalter geschehen. Sollte der Riester-Vertrag ruhen, so zahlt der Anleger keine Beiträge, erhält in dieser Zeit aber auch keine Zulagen vom Staat. Aber: Er muss auch nichts zurückzahlen. Greift der Sparer allerdings auf das angesparte Geld zurück (gemeint: löst er den Vertrag auf und lässt sich das eingezahlte Geld auszahlen), muss er die komplette staatliche Förderung zurückzahlen.

icon Riester-Sparen ist auch mit Hartz-IV möglich

Riester-Sparen ist auch mit Hartz-IV möglich

Wer länger arbeitslos ist und dementsprechend auch weniger Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat, sollte darüber nachdenken, ob weiter in die Riester-Rente eingezahlt werden soll. Denn Hartz IV-Empfänger müssen lediglich 5 Euro monatlich in den Vertrag einzahlen (mindestens 60 Euro im Jahr), um die volle Förderung zu erhalten! Wer deutlich mehr einzahlen möchte, muss dieses womöglich beim Jobcenter rechtfertigen.

Wie verhält es sich bei weiteren Vorsorge-Formen?

Sollte der Sparer neben der Riester-Rente weitere zusätzliche Produkte zur Altersvorsorge wie Sparbücher, Investmentfonds (Riester-Rente Fondssparplan) oder einen Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen haben, werden diese Beiträge auch nicht angerechnet. Bei dieser Regelung wird der Lebenspartner mit eingeschlossen.

Der gesetzlich festgelegte Freibetrag liegt entsprechend des Alters pro Sparer bei einer Höhe von bis zu 50.250 Euro (750 Euro pro Lebensjahr). Auch hier ist allerdings die Bedingung, dass der Sparer nicht vorzeitig auf die Ersparnisse zurückgreift. Gleiches gilt für die betriebliche Altersversorgung.

Riester-Rente bei Elternunterhalt

Das angesparte Vermögen zählt beim Elternunterhalt nicht – lesen Sie hier Riester-Rente während der Elternzeit. Auch bei einer eventuellen Bedürftigkeitsprüfung ist das Vermögen nicht anrechenbar. Die Riester-Rente ist in vielen Fällen pfändungssicher vor Dritten. Auch hier gilt es, sich eigenständig über die entsprechenden Regelungen zu informieren.

icon Arbeitslosigkeit ohne Leistungsanspruch

Arbeitslosigkeit ohne Leistungsanspruch

Einige Bürger haben im Falle einer Arbeitslosigkeit keinerlei Leistungsanspruch. Dies gilt unter anderem für Eheleute. Hierbei wird das Bruttoeinkommen der Ehepartner angerechnet. Allerdings ergibt sich in diesem Fall ein indirekter Anspruch bei der Riester-Rente. So gilt auch im Fall einer Arbeitslosigkeit ohne Leistungsanspruch eine Förderung mit der Riester-Rente. Hier gelten dieselben Konditionen wie im oben genannten Beispiel (5 Euro im Monat und dabei maximale Zulagen). Alle wichtigen Informationen finden Sie in den FAQs.

Vorsicht bei Zwangsrente und Riester!

Wenn man in die Zwangsrente geschickt wird und sich aus eigener Kraft versorgen kann, so muss man nicht um seine Riester-Rente fürchten. Wenn die Riester-Rente erst mit regulärem Renteneintritt fällig wird, ist die Altersvorsorge ebenfalls sicher. Anders sieht es allerdings aus, wenn das Geld in der Zwangsrente nicht zum Überleben ausreicht. Wenn man dann zusätzlich Sozialhilfe beantragen muss, kann der Fall eintreten, dass das gesparte Vermögen der Riester-Rente angerechnet wird. Dieser Fall tritt allerdings nur ein, wenn die Riester-Rente zu einem Zeitpunkt vor dem Rentenalter fällig wird.

Riester-Rente ohne Einkommen

Der Sparer sollte auch in finanziell schwierigen Zeiten eine bedarfsgerechte Vorsorge erfahren. Da lohnt ein genauer Blick auf die jeweiligen Vertragsbedingungen. Das hat Stiftung Warentest indes getan: s. Riester-Rente-Test.

Empfänger von Arbeitslosengeld I und II werden pflichtversicherten Arbeitnehmern gleich gestellt. Das heißt, dass sie unmittelbar förderberechtigt sind. Allerdings ergibt sich in diesem Fall die Problematik des Übergangsjahres. Das betrifft das erste Jahr der Arbeitslosigkeit.

icon Schwieriges Übergangsjahr

Schwieriges Übergangsjahr

Im ersten Jahr der Arbeitslosigkeit, dem sogenannten Übergangsjahr kann die Art der Beitragsberechnung zum Problem für Arbeitslose werden.

Deutlich wird dies an einem Rechenbeispiel:

Hatte der Riester-Sparer (kinderlos) vor der Arbeitslosigkeit, beispielsweise ein Jahreseinkommen von 40.000 Euro brutto, so musste er jährlich 1.425 Euro (4 % vom Jahresbrutto, abzüglich der Grundzulage) als Mindesteigenbeitrag in den Riester-Vertrag einzahlen, um die vollen Zuschüsse zu erhalten.

Da sich der aktuelle Mindesteigenbeitrag stets aus dem Einkommen der Vorjahres ergibt, muss die betreffende Person auch im ersten Jahr der Arbeitslosigkeit 1.425 Euro als Riester-Beitrag zahlen, um die volle Förderung zu erhalten.

Erst im zweiten Jahr einer Arbeitslosigkeit wird der Beitrag den neuen finanziellen Verhältnissen angepasst.

Wenn der Arbeitslose jedoch wieder ein Beschäftigungsverhältnis eingeht und dementsprechend wieder mehr Geld zur Verfügung hat, gelten im ersten Jahr der Beschäftigung noch die geringeren Beiträge aus der Zeit der Arbeitslosigkeit. So erfolgt ein Ausgleich.

Regeln der Riester-Rente für Ehepaare

Geschaffen wurde die Riester-Rente, um die sinkende Altersvorsorge durch die gesetzliche Rentenversicherung auszugleichen. Als die Riester-Rente 2002 eingeführt wurde, dachte man zunächst lediglich an Arbeitnehmer und Beamte (Riester-Rente für Beamte). Aber auch nicht arbeitende Ehepartner sind mittelbar förderungsberechtigt. Für diesen Personenkreis gilt, dass ein Sockelbetrag von mindestens 60 Euro im Jahr eingezahlt werden muss, um die vollen staatlichen Zulagen erhalten zu können. Im Zuge dessen muss der arbeitende Ehepartner allerdings vier Prozent seinen Vorjahreseinkommens in brutto als Beitrag zahlen. Dann erhalten beide Eheleute die volle Höhe an Zulagen. Das heißt, dass sie die entsprechende Grundzulage von 175 Euro, die steuerlichen Vorteile und die garantierte Mindestrendite erhalten. Sollten sie Kinder haben, kommt pro Kind noch eine Kinderzulage, von bis zu 300 Euro jährlich hinzu.

Erziehende und Riester-Rente

In den ersten drei Jahren nach der Geburt eines Kindes haben Erziehende einen unmittelbaren Anspruch auf die Riester-Rente-Förderung . Wenn sie kein eigenes Geld verdienen, müssen sie lediglich den Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr entrichten, dann erhalten sie die vollen Zulagen. Neben der Grundzulage, die beide Elternteile erhalten können, gibt es die Kinderzulage, die jedoch nur einem der Elternteile gut geschrieben wird.  Je nachdem, wann das Kindes geboren wurde, liegt die Kinderzulage bei:

  • 185 Euro, wenn das Kind vor dem 1.1.2008 auf die Welt kam.
  • 300 Euro, wenn das Kind später geboren wurde.

Riester-Rente bei Langzeiterkrankung und für Pflegende

Wer unfreiwillig aus dem Berufsleben durch eine Krankheit ausgeschieden ist, der hat weiterhin Anspruch auf die Riester-Rente Förderung. Voraussetzung ist allerdings, dass er Geld von der Krankenkasse bezieht. Wenn die Krankengeldzahlungen enden, so wird im Anschluss die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gezahlt. In diesem Fall bleibt die gesamte Riester-Rente bestehen, wenn der Erwerbsunfähige vor Beginn dieser Rente pflichtversichert gewesen ist.

Wer nachweislich 14 Stunden in der Woche einen Familienangehörigen pflegt, der zählt als ehrenamtlicher Pflegeangehöriger. Dieser Personenkreis erhält aus der entsprechenden Pflegekasse Rentenversicherungsbeiträge. Somit sind sie auch berechtigt, die jeweilige Riester-Rente in Anspruch zu nehmen. Allerdings müssen auch sie den Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr entrichten, um die gesamte Förderung zu erhalten.

icon Riester-Rente bei Erwerbsunfähigkeit

Riester-Rente bei Erwerbsunfähigkeit

Menschen, die eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten, können ebenfalls riestern. Allerdings nur, wenn sie unmittelbar vor der Erwerbsunfähigkeit rentenversicherungspflichtig waren.

Liegt lediglich eine teilweise Erwerbsunfähigkeit vor, ist der Abnspruch auf die Riester-Förderung  von verschiedenen Aspekten abhängig.

Anspruch auf Riester-Förderung besteht, wenn:

  • die betroffene Person einer rentenversicherungspfichtigen Tätigkeit nachgeht oder
  • einen Ehepartner hat, der in einem rentenversicherungspfichtigen Arbeitsverhältnis steht und damit unmittelbar förderberechtigt ist.

Zurück in den Beruf - Riester-Beiträge steigen erst im zweiten Jahr

Da zur Berechnung des Eigenbeitrages das Vorjahresbruttoeinkommen herangezogen wird, profitieren Riester-Sparer, wenn sie nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit wieder ins Berufsleben einsteigen. Denn das geringere Einkommen während der Zeit der Arbeitslosigkeit führt dazu, dass im im ersten Jahr der Arbeitstätigkeit in der Regel nur sehr geringe Beiträge für die geförderte Altersvorsorge gezahlt werden müssen.

icon Beiträge im Jahr nach der Arbeitslosigkeit

Beiträge im Jahr nach der Arbeitslosigkeit

Andreas (32 Jahre, kinderlos) war im Jahr 2009 arbeitslos. Er bezog in diesem Jahr Arbeitslosengeld in Höhe von 900 Euro. Im nächsten Jahr fand er eine neue Anstellung und verdient nun 2.000 Euro.

Um 2010 die maximalen Zulagen zu erhalten, muss er monatlich nur 21,42 Euro zahlen. Denn relevant für die Berechnung des Eigenbeitrages 2010 sind die Einnahmen aus dem Jahr 2009.

Berechnung der Zulagen

900 Euro Arbeitslosengeld * 12 = 10.800 Euro
4 Prozent von 10.800 Euro = 432 Euro
432 Euro – 175 Euro Grundzulage = 257 Euro
257 Euro / 12 = 21,42 Euro (monatlich zu entrichtender Beitrag)